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Artist Statement:
"Die Betrachtung der körperlichen Ränder und Konturen ist deshalb von besonderem Interesse, weil hier die Mechanismen eingeschrieben sind, die über so genannte Innen- und Außenwelten entscheiden sollen. Dieses Trennungsritual von Innen und Außen, Körper und Raum mittels einer (hautdünnen) Begrenzung basiert, wie zu zeigen sein wird, aus einem säuberlichen Ordnungssystem, das Durchlässigkeiten als verunreinigend erachtet. ... Körpergrenzen zu haben wird zum Zeichen, ein Ich zu haben. Der Körper und seine Begrenzungen gestalten sich demnach über Austausch und Kontakt mit anderen und entsprechen einem 'mental mapping'. Das Subjekt hat in diesem Sinne keinen Körper, sondern es bekommt einen, den es nach und nach lernt, sich als einen Container und vom räumlichen Kontext separiertes Objekt vorzustellen. ‹ber diese imaginäre Anatomie positioniert sich ein Subjekt zum Außen/Raum."
Aus: Hentschel, Linda (2001): Pornotopische Techniken des Betrachtens

"Hinterließe die Verzerrung in ihrem Ergebnis keinerlei Spuren, würde ihr nämlich die vollständige Konstituierung einer neuen Bedeutung gelingen. Uns beschäftigt hier aber eine konstitutive Verzerrung. Das heißt, dass wir eine ursprüngliche Bedeutung zugleich setzen (denn sie ist die Voraussetzung für jede Verzerrung) wie auch entziehen (denn die Verzerrung ist ja eine konstitutive). Eine logische Möglichkeit, diese beiden anscheinend antinomischen Dimensionen zusammenzubringen, gibt es in diesem Fall nur, wenn die ursprüngliche Bedeutung illusorisch ist und die Verzerrungsoperation genau in der Herstellung dieser Illusion besteht - also darin, auf etwas fundamental Gespaltenes die Illusion einer Fülle und Selbsttransparenz zu projizieren, an der es ihm gerade mangelt."
Aus: Laclau, Ernesto (1997): "Inklusion, Exklusion und die Logik der Äquivalenz" in: Peter Weibl, Slavoj Zizek (Hg.): Inklusion: Exklusion. Probleme des Postkolonialismus und der globalen Migration, Wien, 45-74, S. 50





Tyyne Claudia Pollmann: move me - mo vie
Stills aus der Animation, 2005


Die abgebildeten Stills entstammen einem geloopten Animationsfilm, in dem als Protagonisten männliche und weibliche Vorfahren Einsteins ineinander übergehen.




Tyyne Claudia Pollmann: Ahne 2
Cibachrome, 1994